Kleiner Kulturkreis Lütjenburg
Nachlese 2011
Rudolf Steiner (*27. Februar 1861,† 30. März 1925)
Die Biografie von Helmut Zander

Die große Zahl der Zuhörer überraschte die Veranstalter und auch den Autor: mit dieser Resonanz hatten beide nicht gerechnet. Es gelang Herrn Zander durch seinen gut aufgebauten und fesselnden Vortrag, diese schwierige Materie verständlich an das Publikum zu bringen. Herr Zander ging als Wissenschaftler forschend an die Fragen um Steiners vielschichtige Persönlichkeit heran und zeichnete ein facettenreiches Bild von ihm.

Herr Zander hob die Prägungen aus Steiners Kindheit hervor: 1. Autorität - erfahren durch den Vater 2. Faszination für Technik und Naturwissenschaften - gegeben durch den Beruf des Vaters 3. Das Erlebnis: Aufstieg durch Bildung. Zum Studium zog er mit der Familie (Eltern und zwei jüngere Geschwister) nach Wien und belegte an der technischen Hochschule Mathematik, Naturwissenschaften, Geschichte und Philosophie. 4. Nationalismus - als deutsche Minderheit in ungarisch sprechender Umgebung 5. Religiosität - in dem Sinne, dass sie nicht einengt. Der Vater war ein Freigeist. 1884 erhielt Steiner einen Auftrag in Weimar: die Edition der naturwissenschaftlichen Schriften Goethes; ab 1890 arbeitet er dort am Goethe- und Schiller-Archiv. Ohne Familie fühlt er sich recht verloren und einsam und gerät in eine tiefe Lebenskrise. Trotzdem arbeitet er intensiv, setzt sich mit der europäischen Geistesgeschichte auseinander und mit Denkern wie Nietzsche und Haeckel. Steiner verfasst seine „Philosophie der Freiheit“. Von den bürgerlichen Moralvorstellungen und der kirchlichen Sittenlehre wendet er sich ab und wird Atheist.

Für Steiner ist der Mensch in seinem Denken autonom. 1899 heiratet er eine Witwe mit fünf Kindern und übersiedelt bald darauf nach Berlin. Das ist die nächste wichtige Etappe in seinem Leben. Er lernt Stefan Zweig, Käte Kollwitz, Else Lasker-Schüler kennen und wird 1902 Generalsekretär der Theosophischen Gesellschaft. Anfang des 20. Jahrhunderts entstehen hier in Berlin seine geisteswissenschaftlichen Hauptwerke, die Anthroposophie wird gegründet. Wichtige Frauen in Steiners Leben sind Marie von Sievers und am Lebensende die Ärztin Ita Wegmann. Herr Zander berichtete anerkennend, dass Steiner sich nach dem Ende des 1. Weltkrieges in die Politik stürzt, weil nun neue Möglichkeiten sichtbar werden: Die Bildung der Arbeiterschaft, neue politische Ansätze, Anstöße für Heilpädagogik, Medizin, Tanz (Eurythmie). Für viele Menschen jedoch befremdlich ist der Johannesbau in Dornach/Schweiz: Ein Tempel, in dem Mysterienspiele stattfanden, Einweihungen wie bei den Freimaurern. Neben glühenden Bewunderern hat es auch viele Gegner dieses Baus gegeben. Der Johannesbau (1. Goetheanum) wird in der Silvesternacht 1922/23 durch Brandstiftung zerstört. Das 2. Goetheanum wird 1928 nach Steiners Tod fertig gestellt.

Trotz seiner schweren Erkrankung (wahrscheinlich Krebs) arbeitet Steiner sehr viel und hält Vorträge bis zu seinem Tod. Steiner hält es für eine Weiterentwicklung der Menschheit für unumgänglich, dass jeder sich des Wirkens der geistigen Welt in seinem Tun und in seinen Werken bewusst wird und dies auch spürbar/sichtbar werden lässt: ob in der Landwirtschaft, in der Medizin oder in der Pädagogik. Herr Zander beantwortete die aus dem Publikum gestellten Fragen sehr ausführlich, geduldig und kompetent.

Text: Helga Sielmann und Ilse Allwardt
 
  Fotos: Marc Richter
„Offener Vollzug“ bei Muttern
und Grabpflege zu Lebzeiten

Lütjenburg. Wissen Sie, warum 1990 die Mülltrennung eingeführt wurde? Weil die Wessis die alten Klamotten und die alten Zeitungen nicht mehr in die DDR schicken konnten. Diese Weisheit und andere Spätfolgen der Wiedervereinigung brachte das Kabarett-Duo Michael Ranz und Edgar May mit nach Lütjenburg. Die rund 100 Gäste des Kleinen Kulturkreises amüsierten sich köstlich.

Der Titel des Programms „Mutti ist die Allerbestie“ gab das Ziel vor: Die Familie und andere Nettigkeiten. Da wird bei Michael Ranz aus dem Kümmern um die Eltern schon einmal der Begriff „Grabpflege zu Lebzeiten“. Wenn erwachsene Männer noch bei Mutti wohnten, sei das doch irgendwie wie offener Vollzug. Und wer fühlte sich nicht an seine eigene Mutter erinnert, wenn auf der Bühne eine häusliche Szene am Mittagstisch nachgeahmt wird: „Du musst was essen. Denk an die armen Kinder in Afrika.“

Und wer es nicht wusste: Die Jugend ist auch nicht mehr wie früher. An den Schulen lernten die Kinder, wie man mit Butterfly-Messer und Spritzenbesteck umgeht. Daraufhin „ranzt“ es: „Kein Wunder, dass es einigen Lehrern nun leid tut, dass sie den Kriegsdienst verweigert haben."

Besonders köstlich der Dialog zwischen Wessi und sächselndem Ossi. „Ich lern‘ jetzt Deutsch“, sagte Letzterer zum Schluss und will damit seinen Beitrag leisten, dass die Mauer in den Herzen und Köpfen verschwindet. Hochdeutsch gegen den Wiedervereinigungs-Blues. Na, wenn das mal klappt.
Mit viel Beifall dankte das Publikum den beiden Künstlern für einen kurzweiligen Abend.

Text: Hans-Jürgen Schekahn, Kieler Nachrichten vom 22. März 2011

 
   
  Fotos: Marc Richter
Schubert - ein Kitschkomponist?
Vortrag von Dr. Werner Bodendorff am 3. April 2011

Die zahlreichen Zuhörer zeigten sich neugierig, was sich hinter dieser provokanten Frage „Schubert - ein Kitschkomponist?“ wohl verbirgt.
Der Musikwissenschaftler Dr. Werner Bodendorff führte das Publikum ausführlich und mit viel Herzblut in diese Zusammenhänge ein.

Kitsch: insbesondere in der Kunst als Vehikel genutzt, um der Sehnsucht nach Entlastung und Vereinfachung nachzukommen. Es ist wirklich außerordentlich, welch wundersame Blüten der Kitsch gerade bei Franz Schubert getrieben hat, obwohl seine Musik das Innere, die Kontemplation, Ruhe und Tiefe sucht. Dennoch wurde er verkitscht wie kein anderer, was auch der Tatsache entspringt, dass Schubert als Künstler auf gleiche Höhe mit seinen Zuhörern gestellt wurde und nicht auf ein Podium. Man sieht nicht zu ihm hinauf, wie zu Mozart oder zu Beethoven.

„Ist Kitsch am Schluss ein Deckmantel, um die Abgründe in uns abzudecken?“ Auch mit dieser Frage kamen die Zuhörer in Berührung. Schubert selbst meinte einmal zu seinen Kompositionen: „Meine Erzeugnisse sind durch den Verstand für Musik und durch meinen Schmerz vorhanden; jene, welche der Schmerz allein erzeugt hat, scheinen am wenigsten die Welt zu erfreuen.“

Werner Bodendorff verabschiedete seine Zuhörer mit einem Appell: „Ob über die großartigen Meisterwerke Schuberts irgendwann auch die Klischees und der Kitsch vergessen werden? - Warten wir’s ab. Seien Sie aber auf der Hut vor dem süßlichen Farbton sentimentaler Verhunzung.“

Eine weitere Besonderheit dieses Vortrages war die Verbindung mit einer außergewöhnlichen Ausstellung, die zum einen Erstdrucke von Kompositionen und Schubert-Porträts zeigte und zum anderen zahlreiche Exponate, die den Kitsch-Wahn um Schubert zum Ausdruck brachten: von Postkarten und Novellen über Bierseidel, Minibüsten, Münzen und Schubert-Rätsel bis zur Zigarrenschachtel mit Schubert-Motiv.

Text: Andrea Regina Voigt

 
Wenn der Kopierer; in Kundus ist …
Amüsante Glossen von Hellmuth Karasek

Hohwacht/Lütjenburg. Vor Hellmuth Karasek ist keiner sicher. Wer genügend Anlass bietet, der läuft unweigerlich Gefahr, in einer seiner Glossen „verewigt“ oder als Witzfigur aufgebaut zu werden. Kost- und Hörproben hatte der Journalist und Schriftsteller jedenfalls reichlich mitgebracht in seine Lesung in Hohwacht."

"Auch vor dem politischen Senkrechtstarter und bald tiefgefallenen Blaublütigen Karl-Theodor zu Guttenberg machte sein Spott nicht Halt. Nach dem Motto „Wer den Schaden hat, braucht für Spott nicht zu sorgen“ durfte bei seinem Auftritt im Hotel „Hohe Wacht“ auf Einladung des Kleinen Kulturkreises Lütjenburg die Glosse über Doktorarbeiten nicht fehlen. Und auch den passenden Witz gab’s gleich dazu. Fragt ein Handwerker den Pförtner im Verteidigungsministerium: „Ich soll den Kopierer reparieren, wo finde ich den?“ Antwort: „Pech für Sie. Der ist in Kundus.“"

"Genüsslich ließ Hellmuth Karasek, der seinem Publikum im voll besetzten Saal zwei Stunden lang Unterhaltung vom Feinsten bot, auch noch einmal ein besonderes Schockerlebnis der ehemaligen Bischöfin und EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann Revue passieren. Ihrem Fehltritt, leicht angeduhnt beim Pusten als Alkoholsünderin entlarvt worden zu sein, hatte der langjährige Spiegel-Kulturressortchef und Mitherausgeber des Berliner Tagesspiegel sogar den Titel („Im Paradies gibt’s keine roten Ampeln“) seiner Glossensammlung gewidmet. Und dieses Thema bot denn auch genügend Stoff für amüsantes Nachdenken über Religion und Glauben, über bußfertige Sünder und andere Fragen des Lebens, über die man so herrlich schmunzeln kann."

"Begeistert lauschte das Publikum allerdings auch anderen amüsanten Geschichten. Etwa über Möglichkeiten, Schulnoten zu verbessern oder über kleine Missgeschicke wie der vermeintliche Kauf von Antiquitäten, über Politisches wie das Fressen von Kröten, über das Essen im Speisewagen oder eingeritzte Worte in der Klotür."

"Keine Frage, auch nach dieser Lesung – übrigens seine dritte beim Kulturkreis – wurde eines deutlich: Einer wie Hellmuth Karasek kann auch Banales vergnüglich mit Worten verwandeln. Und die Zuhörer oder Leser haben garantiert ihre Freude daran...

Text: Peter Braune, Kieler Nachrichten vom 09. Mai 2011

  Fotos: Burghard Ramm
Nachlese zur Kulturfahrt am 4. Juni 2011

Sonnenschein, blauer Himmel, leichter Wind und angenehme Temperaturen über 20 Grad waren gute Voraussetzungen für eine Entdeckungsfahrt in den Norden Schleswig-Holsteins und nach Dänemark.

An der Flensburger Förde befindet sich im Harrisleer Ortsteil Kupfermühle eines der bedeutendsten Zeugnisse früher, deutsch-dänischer Industriegeschichte. Seit dem 17. Jahrhundert wurde hier Kupfer, später auch Messing, mit Hilfe von Wasserkraft als Energiequelle verarbeitet. Heute bieten die Spuren der Kupfer- und Messingfabrik, die denkmalgeschützten, alten Arbeiterhäuser sowie das „Kupfermühle Museum“ mit Ausstellungsstücken aus 400 Jahren Fabriks- und Siedlungsgeschichte ein beeindruckendes, museales Ensemble, das auch Dank engagierter, ehrenamtlicher Führung zum besonderen Erlebnis wurde.

Das Schloss Gravenstein, unser nächstes Ziel, liegt herrlich von Park, See und Wald umgeben. Das Schloss wurde über viele Jahre hinweg von König Frederik IX. Und Königin Ingrid genutzt, die es als Kronprinzenpaar 1935 zur Verfügung gestellt bekamen. Königin Ingrid wohnte bis zu ihrem Tod im November 2000 jeden Sommer im Schloss, und heute führt Königin Margrethe die Tradition fort, das Schloss als Sommerresidenz zu benutzen.

Die reich ausgeschmückte Schlosskirche ist als einziger Teil des Schlosses für Besucher zugänglich.

Der Schlosspark ist von Königin Ingrids großer Liebe zu Blumen geprägt. Sie sind in einer Unzahl von Arten und Farben zu finden. Eine Reihe von Pflanzen hat Königin Ingrid mitgebracht, die Jahr für Jahr neue Sorten ausgewählt und neue Zusammenstellungen vorgenommen hat.

Die berühmten, wohlschmeckenden Gravensteiner Äpfel haben ihren Namen vom Schloss Grasten (deutsch: Gravenstein) erhalten. Es wird erzählt, dass Frederik Ahlefeldt der Jüngere Ende des 17. Jahrhunderts den Gravensteiner Apfelbaum von einem Kloster in Genf in den Park brachte, und dass Ahlefeldt die Äpfel so gut fand, dass er sie nach dem Schloss benannte.

Die Zufahrt zum Schloss Sonderburg gestaltete sich sehr schwierig, da es keine sicheren Hinweisschilder gab und der Bus nicht durch die alten, engen und kurvenreichen Straßen von Sonderburg fahren konnte. Das war eigentlich unnötiger Stress, der durch sinnvoll aufgestellte Hinweisschilder hätte vermieden werden können.

Nach einer längeren Mittagspause besichtigten wir mit einer liebenswerten und kompetenten Stadtführerin die verschiedenen Sammlungen, die heute im Sonderburger Schloss zu sehen sind und erfuhren viel über die dänische Geschichte und die dänischen Herrscher, die häufig deutsche Wurzeln hatten.

Auf dem Rückweg zur deutsch-dänischen Grenze schauten wir uns noch das Schloss Augustenburg von außen an; denn dort ist heute eine psychatrische Klinik untergebracht. Herr Bubert gab uns einen kurzen Überblick über die Geschichte des Schlosses.

Von dort gings dann nach Kiel, Preetz und Lütjenburg.
 
  Fotos: Lindmaier
Musikalische Reise mit Goethe
Liederabend lockte aufs Gut Helmstorf

Lütjenburg/Helmstorf. Sie entfachten eine Sehnsucht nach Italien. Unter dem Motto „Kennst du das Land, wo die Zitronen blüh‘n?“ lockten Monika und Thilo von Westernhagen zahlreiche Zuhörer in das Gut Helmstorf. Der Kleine Kulturkreis Lütjenburg hatte die beiden bekannten Künstler für diesen schön gestalteten Liederabend eingeladen.

Schuberts Vertonung des gleichnamigen Liedes der Mignon D321 war dann auch das erste Stück, womit beide ihr begeistertes Publikum in das Land jenseits der Alpen entführten. Mit kleineren, zwischen den Lieddarbietungen rezitierten Texten aus Goethes „Italienischer Reise“ sowie aus seinen „Gedanken über Musik“ erklangen weiterhin Opernarien von Georg Friedrich Händel (Ah, mio cor aus der Oper Alcina), Antonio Caldara (Sebben, crudele) und Christoph Willibald Gluck (O del mio dolce ardor) sowie geistliche Gesänge von Francesco Durante (Virgin, tutto amor) und Händel (Chi, sprezzando)."

"Monika von Westernhagen sang je nach Charakter mal mit behutsamer Stimme, mal mit fester und passte sich akustisch gut den räumlichen Gegebenheiten an. Den ersten Teil beschlossen zwei Goethevertonungen und zwar Nähe des Geliebten D162 und ein anderes Lied der Mignon aus der Feder Schuberts: Nur wer die Sehnsucht kennt D 877."

"Mit der berühmten Arie Ombra mai fu aus der Händel-Oper Xerxes oder Allessandro Scarlattis O cessate di piagarmi leiteten die beiden Künstler einen Reigen anderer italienischer Gesänge ein."

"Schließlich brachten beide zum Ende hin einige heitere und nachdenkliche Volkslieder aus verschiedenen Regionen Italiens zu Gehör wie ein Volkslied aus dem Tessin, das traurige Lied Nina von Giovanni Battista Pergolesi, eine schmackhafte Nudeltarantella aus Neapel (I maccheroni) sowie ein Wiegenlied aus Kalabrien."

"Wer kann bei diesem Lärm einschlafen?"

"Bei letzterem fragte man sich allerdings während des recht dynamischen und energischen Klavierzwischenspiels schon, welches Kind denn bei diesem „Lärm“ einschlafen könnte?"

"Kein Vergleich zum Gute Nachtlied von Brahms, in welchem das Kind äußerst behutsam in den Schlaf gewiegt wird. Aber das ist wohl eine Mentalitätsfrage...

Text: Werner Bodendorff, Kieler Nachrichten vom 04. Juli 2011

 
Fotos: Marc Richter
Nachlese zur Fahrt nach Finkenwerder und Stade am
7. September 2011-09-21

Der Besuch der Airbus-Werft hatte zunächst einen bürokratischen Vorlauf. Wir mussten außer Namen und Anschrift auch Geburtsdatum und Geburtsort angeben. Die Leute von Airbus hatten uns noch eingeschärft, dass es bei der zweieinhalbstündigen Führung keine Gelegenheit sich zu setzen und nichts zu essen gebe.

So gewarnt startete eine Gruppe von 26 Personen, 17 Damen und 10 Herren, mit ihrem Reiseleiter Jürgen Galka am 7. September 2011 um 8 Uhr in einem Bus der Firma Kühl vom ZOB in Lütjenburg. Unterwegs erfolgte eine Einstimmung in das Thema "Fliegen". Wieso können Insekten, Vögel, Fledermäuse fliegen, wir aber nicht? Der befürchtete Stau am Elbtunnel blieb aus, so dass wir uns in Finkenwerder noch mit Kaffee und Würstchen aus der Bordküche stärken konnten.

Die Besichtigung war sehr interessant und kurzweilig. Der Führer, wie die meisten Reiseteilnehmer schon im Rentenalter, ließ keine Langeweile aufkommen. Wir lernten die verschiedenen Produkte von Airbus, außer dem A 380, kennen und wurden über die Produktionsabläufe aufgeklärt. Die penible Sauberkeit in den Montagehallen war beeindruckend. Leider durften wir nicht fotografieren.

Während wir von Halle zu Halle geführt wurden, regnete es mehrmals. Nachdem wir zweieinhalb Stunden mit Fakten gefüttert worden waren, war es Zeit für eine kurze Kaffeepause in Cranz im Gasthof Zur Post, sehr schön an der Este gelegen. Dann fuhren wir weiter, an Obstplantagen und schmucken Fachwerkhäusern des Alten Landes vorbei nach Stade, wo wir schon von der Stadtführerin erwartet wurden. Sie zeigte uns die Sehenswürdigkeiten dieser alten Hansestadt, die einst ebenso bedeutend war wie Hamburg.

Neben der Erklärung der historischen Gebäude fand die Stadtführerin auch Zeit für kulturhistorische Exkurse. Wer hatte schon gewusst, dass die Rosenstraße ihren Namen von den Leprosen bekam? Auch das Verbot, am Vortage des Bierbrauens Fäkalien in das Flüsschen Schwinge zu entleeren, fand Erwähnung. Die Führung war so interessant, dass wir nicht merkten, dass der Zeitrahmen erheblich überschritten war.

Auf der Rückfahrt in der Abenddämmerung hatten wir Gelegenheit, die Eindrücke des Tages bei einem guten Rotwein, vom Fahrer rechtzeitig besorgt, zu verarbeiten.

Text: Jürgen Galka

 
  Fotos: Peter Zenner
Pago Balke - Wer braucht Humor?
Im Genueser Schiff in Hohwacht fand am Sonntag,
den 25. September 2011, ein Kabarett-Nachmittag statt.

Es war wunderbar, wie originell uns Georg Kreisler präsentiert wurde. Nachdenklich-hintersinnig und amüsant gestaltete sich ein früher milder Herbstabend am Meer mit dem Schauspieler und Kabarettisten Pago Balke, der mit den Musikern Henning Schmiedt (Klavier) und Peter Dahm (Saxophon) kapriziös und virtuos begleitet, Georg Kreisler außergewöhnlich interpretierte.

Pago Balke rezitierte und sang einige „Klassiker“, wie Die Hexe, Als der Circus in Flammen stand, Das Reisebüro oder Das kleine grüne Männchen, wohinter sich süffisanterweise im Traum Gott versteckte. Zwischen den einzelnen Darbietungen erklangen von den Musikern atmosphärische, leicht jazzige Instrumentalstücke, während derer die ironischen Wortspiele in jedem Zuhörer nachklingen konnten. Manchem gaben die arglistigen und vergnüglichen Wortwitze zu denken: „Was man mit dem Leben alles machen könnte, wenn man über alle Leute lachen könnte?“ oder „Dein Mann ist dir treu, du bist es nicht. Was willst du noch mehr?“ und auch auf manche Frage kam die Antwort nicht zu kurz: „Wie ist das Leben?“„Sehen Sie, so ist das Leben. Man setzt sich nur daneben“ oder was machen wir, „wenn uns die Musik abhanden kommt?“ „Nichts machen wir. Das sieht man ja schon heute.“

Nach zwei Stunden folgte als Zugabe das Meisterstück Kreislers, das ihn berühmt machte: Geh’ ma Tauben vergiften im Park.

Text: Andrea Regina Voigt

 
   
   
   
  Fotos: Marc Richter
Achill und Aaron Moser
präsentierten in einer Multimedia-Show ihr Buch
"Über die Alpen nach Italien"
Zu Fuß 1500 Kilometer auf den Spuren Heinrich Heines
  Fotos: Marc Richter
Galerie 2ter Blick - Marc Richter, Galerie - Kunsthandel, Lütjenburg
Kleiner Kulturkreis Lütjenburg und Umgebung e.V. - info@kleiner-kulturkreis.de