Kleiner Kulturkreis Lütjenburg
     
Nachlese 2012    
Irische Gelassenheit in Bildern und Musik
Ursula und Frank O`Keeffe waren in Lütjenburg zu Gast

Lütjenburg.Wer sich die Internetseite des Duos „Fairing“ ansieht, stößt unweigerlich auf die Farbe Grün.Kein Wunder: Ursula und Frank O`Keeffe leben in Irland, und sie spielen irische Musik.
Als sie vor rund 70 Zuhörern ein Konzert in der Alten Schmiede in Lütjenburg gaben, war es auch die Farbe Grün, die sich durchsetzte-in Form von T-Shirts, die beide trugen, und auf den Dias von der Insel, die parallel irische Stimmungen im Saal verbreiteten-grüne Wiesen, Weite, Ursprünglichkeit, Felsen, Ruhe und Gelassenheit.
Diese Stimmungen konnte das deutsch-irische Paar mit seiner Instrumentenvielfalt virtuos unterstreichen, mit Dudelsack und Geige, mit Mandoline und Conzertina, mit Harfe und Gitarre.
In den Geschichten, mit denen Frank O`Keeffe die einzelnen Lieder einleitete, wurde Irland dann noch lebendiger. Etwa, wenn er von der Nachbarin erzählte, die nie müde wurde, ihren Tee anzupreisen, auch wenn Gäste keinen wollten. Oder wenn er von der positiven Kraft der Irländer berichtete, die „schlechtem“ Wetter immer einen positiven Aspekt abgewinnen.
Beeindruckend auch die Erläuterung der Tatsache, dass die Iren kein Wort für „haben“ kennen. In Irland sagt der Bauer folglich nicht : „Ich habe einen Acker“, sondern „ich wohne auf dem Acker, und ich pflege ihn“. zm

Pressebericht KN vom 31.Januar 2012

 
 
   
   
  Fotos: Marc Richter
 
 
"Der alte Fritz" Mensch, Monarch, Mythos
Eine Biographie-Lesung und Powerpoint-Präsentation

Anlässlich des 300.Geburtstages Friedrich des Großen stellte Tom Goeller sein Buch “Der Alte Fritz“ –Mensch, Monarch, Mythos- in der Alten Schmiede in Lütjenburg vor. Der ausverkaufte Saal zeigte, dass das Interesse an der Herrscherpersönlichkeit auch heute noch sehr groß ist.

Zwei Stunden lang, eine Pause von 20 Minuten eingeschlossen, verfolgten die Zuschauer sehr gespannt und aufmerksam Tom Goellers Ausführungen, die durch eine Powerpoint- Präsentation unterstützt wurden. Goeller ließ den „Alten Fritz“ in einem neuen Licht lebendig werden, indem er historische Zeugnisse neu interpretierte und Prominente über die Bedeutung des Königs für die Gegenwart befragte.

In seiner Jugend litt Friedrich der Zweite unter den Grausamkeiten seines Vaters, des Soldatenkönigs, der ihn ,wo er nur konnte, demütigte. Nur der Einspruch des Patenonkels, des damaligen Kaisers, rettete dem jungen Friedrich das Leben. Der Vater hatte ihn wegen einer geplanten Flucht zum Tode verurteilt. Die spätere Zwangsheirat und die Verbannung auf das Schloss Rheinsberg unterstrichen die Abneigung des Vaters zu seinem Sohn Friedrich, der überhaupt nicht seinen Vorstellungen entsprach. Friedrich hatte schon früh seine Hinwendung zu den schönen Künsten gezeigt, Flöte gespielt, mit anderen musiziert und Stücke komponiert-alles Beschäftigungen, die dem Vater missfielen.

Nach den Schlesischen Kriegen, die auch viel Leid über das eigene Land und sein Volk brachten, wandte sich Friedrich der Große der eigenen Bevölkerung zu. Mit verschiedenen Reformen kümmerte er sich um die Bürger seines Landes, hörte ihnen zu und unterstützte den Obst-und Gemüseanbau, z.B. Einführung des Kartoffelanbaus.

In der anschließenden Fragerunde ging Goeller u.a. auf die Fragen nach der Religionsfreiheit unter Friedrich dem Großen ein.

Text: Ilse Allwardt
 
 
 
Fotos: Peter Zenner
 
 
Höchst amüsante musikalische Lesung

„Swing frei, Schütz!“: Literaturwissenschaftler und ein Trio begeisterten im Lütjenburger Soldatenheim

Lütjenburg. Dass sie sich auf einen Kunstgenuss der besonderen Art einlassen würden, war den Zuschauern von Anfang klar. Bereits der Titel des Gastspiels „Swing frei, Schütz!“ verhieß den Kunstfreunden im Lütjenburger Soldatenheim „Uns Huus“, dass sie keine „Light-Version“ der Oper Freischütz, sondern eine höchst amüsante musikalische Lesung präsentiert bekommen würden."

„Das war eine fantastische Darbietung“, schwärmte Marc Richter. Als stellvertretender Vorsitzender des Kleinen Kulturkreises hätte er zwar gerne noch mehr Besucher begrüßt, doch zufrieden war er damit, dass nicht nur Einheimische gekommen waren, sondern auch Musikfreunde aus Kiel und Oldenburg. Der Literaturwissenschaftler Dr. Wolfgang Griep, der ebenso wie der große Komponist Carl Maria von Weber aus Eutin stamme, habe nicht nur mit Fachwissen imponiert, sondern ganz im Loriot-Stil augenzwinkernd die verwickelte Geschichte von der Freikugel und dem Freischuss erzählt."

"Zur perfekten Inszenierung gehörte nach Einschätzung von Richter auch die Einbettung der Erzählungen in den musikalischen Rahmen des Harald Rüschenbaum-Trios mit dem Chef des Ensembles am Schlagzeug, Daniel Mark Eberhard am Piano und Andreas Kurz am Bass. „Kein Wunder, dass das Ensemble erst nach zwei Zugaben von der Bühne entlassen wurde.“

"Peb" Pressebericht KN vom 21.März 2012

 
 
   
   
   
 
 
Fotos: Marc Richter
 
 

Er kam, sah und siegte -
Harry Rowohlt begeisterte sein Publikum

Eine vor fünf Jahren gegebene Zusage für eine Lesung in Lütjenburg löste Harry Rowohlt am 11. April 2012 ein und fand einen voll besetzten Saal im Uns Huus vor. Die Zuhörer der unterschiedlichsten Altersgruppen sollten nicht enttäuscht werden, Harry Rowohlt zog alle in seinen Bann.

Der Übersetzer, Vorlesekünstler, Kolumnist und Gelegenheitsschauspieler der "Lindenstraße" besitzt neben seiner eindringlichen Bühnenpräsenz eine phänomenale Stimme, mit der er die unterschiedlichsten Stimmungen heraufbeschwören kann. Dreieinhalb Stunden fesselte er sein Publikum mit Anekdoten, autobiografischen Erzählungen und bissigen Kommentaren über ignorante Kollegen, den Journalismus und Politiker.Wenn er beim Vorlesen Schüsselwörter für seine meist amüsanten Abschweifungen fand, konnte er zur Höchstform auflaufen und munter kalauern, singen und seine Fähigkeiten als pointierter Kommentator, Rezitator und Schauspieler zelebrieren.

Nachdem er schon drei Stunden alle Register gezogen hatte, glänzte er mit seiner neuen Entdeckung, dem Einpersonenstück "Knolls Katzen" von Jan Neumann. Nicht endenwollender Beifall begleitete Harry Rowohlt aus dem Saal!

Text: Ilse Allwardt

 
   
   
   
  Fotos: Marc Richter
 

Romantiker unter sich
Peter Striebeck liest Theodor Fontane

Helmstorf. Der Kleine Kulturkreis Lütjenburg hätte für den Hamburger Schauspieler Peter Striebeck keine bessere Kulisse finden können. Der Salon im Herrenhaus Gut Helmstorf bei Lütjenburg war der perfekte Rahmen für das literarische Porträt Theodor Fontanes – gehört er doch zum Teil in die Epoche, in der auch Theodor Fontane lebte. So fiel es Peter Striebeck nicht schwer, die etwa 80 Zuhörer mit einer gelungenen Mischung aus Briefen, Balladen, Gedichten und Prosa in seinen Bann zu ziehen. Mal leise melancholisch, dann wieder wild galoppierend, ja geradezu aufbrausend, fesselte er mit seiner Stimme das Publikum.

Für den Profi Striebeck ist es immer wieder ein Leichtes, Fontane zu lesen. „Ich mochte Theodor Fontane schon immer. Man findet viel Ruhe und Gelassenheit in seinen Werken. Fontane tut uns in der aufgeregten Zeit sehr gut“, sagte Striebeck gegenüber den Kieler Nachrichten. So schloss der ehemalige Intendant des Hamburger Thalia Theaters den ersten Teil seiner Lesung mit seinem Liebungsstück Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland. „Es ist die Großherzigkeit des Ribbeck, die mich so fasziniert. Hinzu kommt eine schöne Mischung der Generationen. Auf der einen Seite der pfiffige alte Mann und auf der anderen Seite die Kinder,“ erläuterte Striebeck.

Doch nicht nur das Gedicht vom Ribbeck geht dem Schauspieler leicht über die Lippen. Auch beim Vortragen von Auszügen aus den Romanen Effi Briest und Der Stechlin sind die Zuhörer im vollbesetzten Salon ganz gefangen. Dabei scheint es nicht einfach zu sein, sich für den Stechlin zu begeistern. Schrieb doch Fontane selbst über den Roman: „Zum Schluss stirbt ein Alter und zwei Junge heiraten sich – das ist so ziemlich alles, was auf 500 Seiten geschieht.“ Mit einer kurzen spannungserheischenden Pause beginnt Peter Striebeck den Stechlin zu lesen. Bei den ausgewählten Passagen gelingt es ihm immer wieder ein Schmunzeln in die Gesichter des Publikums zu zaubern. Und mit genau solch einem Schmunzeln verließen viele der Zuhörer den Salon.  (rjh)

 
   
  Fotos: Marc Richter
 
 
Serenadenkonzert - ensemble Xtuor
Freitag, 10. Juni 2012 in der Schlosskapelle zu Panker

 
 
  Fotos: Marc Richter
 
 
Ganztägige Kulturfahrt am 07.07.2012 nach Glückstadt, Wedel und zur Liether Kalkgrube

Um 7.30 h starteten wir in Lütjenburg bei Sonnenschein, am Rastorfer Kreuz stiegen noch einige Teilnehmer der Dr. Johanna Brandt Gesellschaft zu. Über Kiel, Neumünster ging es nach Glückstadt. Kurz vor 10.00 h erreichten wir die Stadt. Blauer Himmel und Sonnenschrein lassen einen schönen Ausflug erwarten.

Glückstadt, erbaut 1617 vom Dänenkönig Christian IV, er war auch Herzog von Schleswig und Holstein. Glückstadt sollte eine machtvolle Konkurrenz zu Hamburg werden. Der Grundstein wurde gelegt mit den Worten „Dat schall glücken und dat mutt glücken und dann schall se ok Glückstat heten“. Die Wünsche haben sich nicht erfüllt, aber die kleine Stadt, idyllisch an der Elbe gelegen, hat sich zu einem Touristen-magnet entwickelt. Besonders angenehm sind die vom Marktplatz sternenförmig ausgehenden Straßen zu den Wallanklagen bzw. zum Hafen. Sie erleichtern die Orientierung sehr. Von wo man auch losgeht, der Markplatz ist jedes Mal das Ziel. Nach der gut 1-stündigen Führung mit vielen interessanten Erklärungen hatten wir fast 2 Stunden Zeit für eigene Erkundungen. Interessant war die Stadtkirche, die als erste ev. Kirche im Herzogtum Schleswig und Holstein 1618 – 1623 erbaut wurde. An der linken Turmseite ist der Anker des Admiralitätsschiffes der Hamburger Kriegsflotte angebracht. Er wurde 1630 nach einem siegreichen Gefecht erbeutet. Rechts neben der Kirche ist der Nachguss einer Büste des Stadtgründers Christian IV. zu sehen. Das Original befindet sich auf Schloß Rosenborg in Kopenhagen. Nicht zu vergessen sind die bekannten und leckeren Glückstädter Matjes. Fast jeder hat sie in verschiedenen Variationen probiert, geräuchert, gebraten, in Brötchen, auf Schwarzbrot oder mit Bratkartoffeln. Inzwischen war die Sonne hinter den Wolken verschwunden, aber es war dabei schwülwarm.

Um 13.30 h fuhren wir weiter nach Wedel. Die Fahrt dorthin dauerte aber etwas länger als eingeplant und so gab es nur einen kurzen Stopp in Wedel. Wir besuchten den Roland, ein farbenprächtiges Monument, das die Markfreiheit von Wedel bezeugt. Wir haben auch noch einen Blick auf das in der Nähe befindliche Ernst Barlach Museum werfen können. Der bekannte und bedeutende Künstler ist hier in Wedel geboren.

Die Fahrt ging weiter zur Liether Kalkgrube. Der Himmel bezog sich immer mehr, einzelne Regentropfen fielen. Der Busfahrer war sich nicht sicher, ob er mit seinem Bus bis zum Eingang fahren konnte und ließ uns ca. 500 m vorher aussteigen. Wir gingen zu Fuß zum Treffpunkt(holten den Bus aber noch zu einer kleinen Haltebucht näher an der Liether Kalkgrube). Dunkle Wolken und das Grollen eines entfernten Gewitters waren gut zu sehen und zu hören.

Von Prof. Roland Vinx wurden wir in Empfang genommen. Durch den Findlingsgarten, wo 27 Findlinge das Wirken der Eiszeiten dokumentieren, gingen wir zum Aussichtspunkt auf die Grube. 1844 wurde hier roter Ton gefunden, aus denen Ziegel gebrannt wurden. Die verfallene Ziegelei in der Nähe zeugt noch von dieser Zeit. In der 1920er Jahren fand man den grauen Zechsteinkalk und verwitterten Kalk, sogenannte Kalkaschen. Diese wurden seit 1925 abgebaut und als Dünger bzw. auch als Wegschotter verwendet. 1986 endete die Genehmigung zum Abbau und der Betreiber verzichtete auf einen neuen Antrag. 1991 wurde das Gebiet unter Naturschutz gestellt und seit 2006 trägt es das Prädikat „Nationaler Geotop“. Der in der Mitte befindliche Gipshut (80 m lang, 70 m breit und über 4 m hoch) besteht aus unlöslichem Kaliumsulfat. Er stammt aus bis zu 8 km Tiefe.

Die sehr interessanten geologischen Erklärungen wurden sehr intensiv aufgenommen. Die Regentropfen fielen nun dichter. Einige machten sich auf den Rückweg zum Bus, der größte Teil der Teilnehmer ging tiefer in die Grube, wo seltene Pflanzen (Orchideen) wachsen. Der einsetzende starke Regen führte dann zu einem abrupten Ende der Führung. Die Teilnehmer waren trotz Regenschirm und Regenjacken z.T. durchnässt, was der guten Laune nicht abträglich war. Mit dem Bus ging es zum nahe-gelegenen Bauerncafe „Tövenhus“. Bei heißem Kaffee und frischem Butterkuchen wärmten wir uns wieder auf. Über die A 23, A7 und A 215 ging es zurück nach Lütjenburg. Ab Kiel hörte es dann auf zu regnen. Wir haben viel Neues gesehen, gehört und freuen uns schon auf die nächste Fahrt.

Einen Lichtbildervortrag über die Liether Kalkgrube wird Herr Prof. Vinx im November 2012 nachträglich in Lütjenburg anbieten.
 
Text und Fotos: P. Zenner
 
 

Ganztägige Kulturfahrt am 15.09.2012 nach Wyk auf Föhr

Früh um 6.30 h fuhr der Bus mit 46 Teilnehmern in Richtung Dagebüll. Am Rastorfer Kreuz und in Kiel stiegen noch einige Teilnehmer zu. Um 9.00 h waren wir in Dagebüll und hatten genügend Zeit, um ohne Hktik die Fähre zu erreichen. Um 10.25 h legten wir in Wyk an. Mit dem Bus fuhren wir nach Alkersum zum Museum der Westküste; infolge des Brandes im Frühjahr 2012 war nur ein kleiner Teil der Bilder zu sehen. Es wurden noch 5 interessante Videoanimationen gezeigt. Insbesondere das gehäkelte Korallenriff war sehr eindrucks-voll.

Nach der einstündigen Führung machten wir eine Essenspause in Greethjens Gasthof, das dem Museum angegliedert ist. Um 14.00 erwartete uns der Inselbus zu einer 2-stündigen Inselrundfahrt. Der Busfahrer und Erklärer „Sven Lorenzen“, würzte mit Döntjes und amüsanten Anekdoten zu unterhalten, so dass die Zeit wie im Flug verging. Kurze Stopps waren in Süderende, wo wir die St.Laurentii Kirche mit den eindrucks- vollen Grabsteinen besichtigten. Am Seedeich in Dunsum konnten wir einen kurzen Blick auf die 3 km entfernte Insel Sylt, den Leuchtturm von Hörnum werfen. Die 8 km entfernte Insel Amrum war sehr gut zu sehen. Zum Schluss besichtigten wir den sogenannten Friesendom und die St. Johannis-Kirche in Nieblum.

Um 16.25 h stiegen wir in der Wyker Fußgängerzone aus.
1 Stunde freie Zeit wurde vom Kurorchester an der Kurpromenade versüßt. Bei Eis oder Getränken lauschten wir der Musik. Um 17.40 h fuhren wieder mit der Fähre nach Dagebüll zurück. Mit auflaufendem Wasser ging es schneller als geplant nach Dagebüll zurück.
Der Wettergott meinte es auch gut mit uns. Es blieb, bis auf ein paar Sprühregentropfen, trocken.

Um 21.00 h waren wir zufrieden, aber etwas müde wieder in Lütjenburg. Es war ein gelungener Ausflug, den Frau Hamann (als Kennerin von Wyk) ausgearbeitet hatte.

Text: Peter Zenner
Fotos: Jutta Neumann-Schwarz


 
 
 

Absurde Gags und (Über-)Lebenstipps - Ernst Kahl ließ seine Fantasie spielen

Helmstorf/Lütjenburg 07.10.2012

Eigentlich mag er keinen großen Rummel. Und Auftritte in Sälen vor ganz vielen Menschen sind ihm ein Gräuel. Aber dann fand es Ernst Kahl am Sonntagabend in der Helmstorfer Reetdachscheune doch ganz kuschelig. „Mein Freund Phil Collins ist auch in einer Garage gestartet und hat dann Stadien gefüllt“, begründete die künstlerische Vielzweckwaffe den Sinneswandel."

"Dabei brauchte „Ernst“ gar nicht lange um die Gunst seiner vielköpfigen Zuhörerschar zu buhlen. Er genoss als Ex-Lütjenburger offenbar Heimvorteil und konnte gleich loslegen mit seiner ganz speziellen Form der Präsentation – zu seiner großen Freude verständlich bis in die letzte Reihe ohne Headset-Mikrofon. „Damit habe ich noch nie gearbeitet. Das Teil macht mich ganz kribbelig“, verriet er kurz vor Beginn des Auftritts, zu dem der Kleine Kulturkreis Lütjenburg ins Ausweichquartier eingeladen hatte. Für die 140 Gäste wäre die Alte Schmiede viel zu klein gewesen."

"Wer einen launigen Diavortrag über die Stationen eines bunten Künstlerlebens in den unterschiedlichsten Genres erwartet hatte, musste enttäuscht sein. Und der kennt auch nicht den Menschen, dem offenbar nicht die Ideen für kauzige Themen, teilweise skurrile, dabei (meist) lustige Interpretationen von Alltagsgeschichten ausgehen, mit denen aber tatsächlich nur die wenigsten Mitmenschen konfrontiert werden. Denn wer macht sich schon Gedanken über das Drama, wenn Der Cowboy weint? Dabei gehen Textpassagen wie „Die Bisons hören auf zu äsen, im Wigwam verstummen die Irokesen“ doch richtig unter die Haut, oder?"

"Und weil er so schön viel Applaus gespendet bekam, setzte Ernst Kahl gleich noch einige Titel drauf, die er vor Jahren mit seinem Freund, dem Gitarristen Hardy Kayser, gespielt hatte – im Szene-Publikum bestens bekannt als Combo Die Trinkende Jugend. Kahl griff zur Ukelele und begeisterte auch mit Stücken wie Im Kühlschrank brennt noch Licht und Ihr habt einen Freund. Praktische (Über-)Lebenstipps konnten getrost Eltern aus den Zeilen saugen, die Ernst Kahl in dem gemeinsam mit Eva Muggenthaler geschaffenen Buch Alle Hunde dieser Welt gereimelt hatte. Manchmal müssen einfach überzogene Kinderwünsche mit einem deutlichen Wort beschieden werden: Es gibt keinen Hund. Du kriegst einen Zierfisch!"

"Als Meilensteine des vergnüglichen Abends mit etlichen absurden Gags entpuppten sich die Kurzfilme besonderer Art, die Kahl auf die Leinwand projizierte. Bei Sie kamen mir entgegen, Sein oder nicht Sein oder Ferien in Afrika genügten dem fantasiebegabten Künstler stets nur wenige Fotos, um eine unglaubliche Geschichte erzählen zu können, ebenso wie bei seinen Bildergeschichten zum Thema Reinkarnation. Jetzt wissen wir endlich, was es damit wirklich auf sich hat…

"Peb" Pressebericht KN vom 09.10.2012

 
Fotos: Lichtart Studio - Chris Brandt
 
 

Erich Kästner und; die Ohrwürmer
Ulrich Schütte und Thomas Dust stimmten in Hohwacht an.

Erich Kästner hatte ein Gefühl für Stimmungen. Dieses Talent konnte der Lyriker, Journalist, Theaterkritiker und Autor zeitkritischer Gedichte und humorvoller Kinderbücher in besonderer Weise 1955 beweisen. Damals verfasste er den Gedichtszyklus Die 13 Monate, die zu seinem 70. Geburtstag 1969 von seinem Freund Edmund Nick vertont wurden. Ulrich Schütte (Bassbariton) und Thomas Dust (Klavier) überzeugten am Sonnabend in einem Konzert im Hohwachter Hotel Hohe Wacht ihr Publikum, dass dieser Gang durchs Jahr immer noch begeistern kann."

"„Ach, dieser Monat trägt den Trauerflor“, diese Textzeile zum November passte punktgenau zum Wetter, das die zahlreichen Besucher auf dem Weg zum Gastspiel der beiden Vollblutmusiker erlebten. Doch auch die freundlichen Jahreszeiten wie der März („Sonne lag krank im Bett. Sitzt nun am Ofen“) oder der Mai („Im Galarock des heiteren Verschwenders“) wurden durch die sonore Stimme des Kölner Lied- und Oratoriensängers und die feinfühlige Begleitung des Pianisten zum Vergnügen für die Zuhörer, die einer Einladung des Kleinen Kulturkreises Lütjenburg gefolgt waren."

"Ulrich Schütte ist es übrigens zu verdanken, dass Die 13 Monate wiederentdeckt wurden. 1970 hatte das ZDF die vertonten Gedichte in einer von Nick dirigierten Orchesterfassung ausgestrahlt. Danach war das Werk aus der Öffentlichkeit verschwunden, bis der Bariton die handgeschriebenen Noten 2007 von der Tochter des Komponisten übergeben bekam."

"Der Liederzyklus füllte nur die Hälfte des Konzertprogramms. Nach der Pause bewiesen die beiden Musiker, dass sie auch mit Chansons rund um das Thema Liebe ihre Zuhörer begeistern können. Ulrich Schütte hatte dafür eine Reihe bekannter Ohrwürmer von Interpreten ausgewählt, die bereits Antworten auf die Frage „Wie kommt man bei den Frauen an?“ gefunden hatten. Georg Kreislers Mein Weib will mich verlassen, Gott sei Dank und Ich brech’ die Herzen der stolzesten Frau’n durften dabei ebenso wenig fehlen wie Kein Schwein ruft mich an von Max Rabe, die Parodie auf Johannes Heesters Man müsste Tenor singen können sowie die Eigenkomposition von Ulrich Schütte, Versuch’s mal mit ’nem Bass. Und nach so viel Stimmungsvollem passte auch noch Reinhard Mey mit Gute Nacht Freunde als Zugabe für den Heimweg.

"Peb" Pressebericht KN vom 06.11.2012

 
Fotos: Marc Richter
Galerie 2ter Blick - Marc Richter, Galerie - Kunsthandel, Lütjenburg
Kleiner Kulturkreis Lütjenburg und Umgebung e.V. - info@kleiner-kulturkreis.de