Kleiner Kulturkreis Lütjenburg
Nachlese 2016
13.2.2016 | i Silence ! - Bodecker & Neander

Hohwacht. Mit einem künstlerischen Paukenschlag ist der Kleine Kulturkreis Lütjenburg und Umgebung am Wochenende in sein Veranstaltungsjahr gestartet. Dabei dominierte auf der Bühne eher die Stille, denn Pantomimenkunst vom Feinsten war im Hotel Hohe Wacht zu erleben. Die international bekannten Stars Wolfram von Bodecker und Alexander Neander faszinierten das Publikum mit ihrem außergewöhnlichen Mimentheater voller Magie, feinstem Humor und optischer Illusionen. Schnell wurde dabei klar, dass passives Konsumieren nicht ausreicht, um die Kunst des Minenspiels und der Körpersprache in allen Facetten genießen zu können. Wie kaum eine andere Darstellungsart mobilisierten Bodecker & Neander die Fantasie der Zuschauer, um in die heiter- vergnüglichen oder besinnlich-tragischen Geschichten gedanklich einzutauchen, sie auszuschmücken.

Seit nunmehr 15 Jahren begeistert das Duo mit dem selten gewordenen Pantomimentheater ein internationales Publikum. Kennengelernt haben sich der Schweriner Zauberkünstler Wolfram von Bodecker und der in Paris geborene Alexander Neander während ihres Studiums in Paris bei dem Großmeister der Pantomime, Marcel Marceau. Sie durchliefen nicht nur seine legendäre Schule, sondern gehörten über mehrere Jahre seiner Compagnie an, agierten als Bühnenpartner auf seinen Welttourneen. „Einfach Spitzenklasse“, meinte Peter Bowitz begeistert, der von der Kunst des stillen Theaterspiels seit langem fasziniert ist. „Diese enorme Ausdruckskraft ohne Worte ist verblüffend. Leider hat das heute im Theater oder auch im Fernsehen absoluten Seltenheitswert“, bedauerte der Lütjenburger.

Tief beeindruckt zeigte sich auch Ilse Allwardt, die Vorsitzende des Kleinen Kulturkreises: „Wir können uns glücklich schätzen, so eine wunderbare Darbietung erlebt zu haben“, bedankte sie sich bei den Künstlern, aber auch beim Hoteleigentümer Richard Anders, ohne dessen großzügige Unterstützung solch hochkarätige Veranstaltungen nicht möglich wären. (ago)

(Pressebericht Kieler Nachrichten)

¡ Silence ! Bodecker & Neander

Wolfram von Bodecker und Alexander Neander sind zwei Geschichtenerzähler der besonderen Art. Jede ihrer Bewegungen, jede Mimik sind aufeinander abgestimmt und doch erscheint alles als vollkommen selbstverständlich. Ihre Pantomimenperformance kann wohl ohne Zweifel als Kunst bezeichnet werden, von der beide seit frühester Kindheit an fasziniert waren und die sie in Frankreich als Schüler des legendären Marcel Marceau zur Meisterschaft weiterentwickelt haben.

Pointiert und doch ganz leise erzählen sie von Regen oder einem Gewinnerlos auf der Rennbahn. Voller Poesie, ganz ohne Worte, wird das Publikum Zeuge eines Rendezvous und erlebt einen Aufenthalt im Caféhaus. Der sekundenschnelle Wechsel von Freude zu Trauer lässt tatsächlich an Masken glauben, die sich Bodecker mit einer Leichtigkeit ab- und anlegt. Und bei 'Inspiriert von Beethoven' möchte man fast aufstehen und nachsehen, ob es diese Rolltreppe nach unten denn tatsächlich gibt. Die beiden Pantomimen erzeugen auf eindrückliche Weise Magie und Illusionen auf der Bühne, die sich direkt auf das Publikum übertragen.

Ein Theater der Stille verdeutlicht, dass Stille dem Wort durchaus überlegen sein kann. Denn erst die Stille erschafft den Raum für die Phantasie und lässt nicht zuletzt auch eine Stille im Kopf des Zuschauers entstehen, die sich dort ausbreiten und Spuren hinterlassen kann. Was wäre passiert, wenn dem 'Fahrenden Volk' im 17. Jahrhundert in Frankreich nicht das Sprechverbot auf den Bühnen auferlegt worden wäre? Hätte sich das Theater ohne Worte auch dann entwickelt? Hätte auch dann Charlie Chaplin in den 1920er Jahren den Dingen allein durch seine Mimik Leben eingehaucht und wäre dadurch ein Vorbild für Marcel Marceau geworden?

Durch die Reduktion auf das Wesentliche gaben Bodecker und Neander ihrer wortlosen Vorstellung in Hohwacht eine persönliche Note, die eindeutig spürbar war und die dennoch schwer - bis unmösglich - mit Worten zu beschreiben ist. Ein Abend ganz ohne Worte, und doch war er so ausdrucksstark.

(Text: Doris Hönig - BildSpracheWortLaut)
02.04.2016 | Autorenlesung mit Jürgen Kehrer
Jürgen Kehrer las aus seinem neuen Wilsberg-Kriminalroman "Ein bisschen Mord muss sein".

Eigentlich wollte Wilsberg nicht zu dem dubiosen Treffen. Als er doch in die düstere Gasse hinter dem Dom geht trifft er auf einen alten Bekannten und ist schon gefangen in einer widerlichen Affäre, bei der es, natürlich, um Geld geht, aber auch um Eifersucht und das Leben eines erfolgreichen Schlagersängers.

Jürgen Kehrer, Jahrgang 1956 studierte in Münster. Er ist Autor und Drehbuchautor und erfand die Figur des münsteraner Privatdetektivs Georg Wilsberg, gut bekannt aus der ZDF-Serie "Wilsberg", eine gute Mischung aus Krimi und Humor.

Ein kurzweiliger Abend, und die Zuhörer blieben gespannt, wie sich diese Geschichte noch entwickeln wird. Auf die Fragen der Zuhörer ging Jürgen Kehrer in lockerem Plauderton ein, der zu einer munteren Diskussion einlud.
Fotos: Ortrud Zenner
23.04.2016 | „Ich will immer weiter, weiter!“
Paula Modersohn-Becker – ein Künstlerleben zwischen Konvention und Aufbruch


Paula Modersohn-Becker (1876-1907) gilt heute als eine Wegbereiterin des Expressionismus in der bildenden Kunst. In der kurzen Lebenszeit, die ihr vergönnt war, schuf sie ca. 750 Gemälde, 1000 Zeichnungen und 13 Radierungen. Als Künstlerin akzeptiert zu werden, war jedoch schwierig für sie, und so variierten die Reaktionen auf ihre Bilder von Unverständnis bis zu offener Ablehnung und Spott. Hinzu kam, dass eine Malerin nicht in das zeitgenössische Frauenbild passte. Dass sie dennoch unbeirrt ihren Weg ging und immer versuchte, sich künstlerisch weiter zu entwickeln, zeigt ihre starke Persönlichkeit. Unterstützt und ermutigt wurde sie in ihrem künstlerischen Schaffen von ihrem Ehemann Otto Modersohn.
Während ihres Aufenthalts in Paris entdeckte sie die Bilder des damals noch unbekannten Malers Paul Cézanne, die nach ihrer eigenen Aussage bei ihr einen großen Eindruck hinterließen und ihr Wirken nachhaltig beeinflussten. Eine weitere Quelle der Anregung waren die Bilder Paul Gauguins. Ihre künstlerische Entwicklung, ihr wechselvolles Leben zwischen Paris und der Künstlerkolonie Worpswede, sowie ihr Streben nach einem selbstbestimmten Leben waren das Thema des Abends, der von Ulrike Fertig und Dr. Thomas Carstensen in der Alten Schmiede informativ und lebendig gestaltet wurde.
In zahlreichen Briefen ließen beide mit verteilten Rollen die Künstlerin und ihre Wegbegleiter selbst zu Wort kommen und zeichneten so ein authentisches Bild Modersohn-Beckers und ihrer Zeit. Für die musikalische Gestaltung sorgte der Bajan-Meister Jurij Kandelja, der den Vortrag virtuos und stimmungsvoll begleitete. Zum Schluss gab es in der gut besuchten Alten Schmiede viel Applaus für einen gelungenen Abend.

(Text + Fotos: J. Grunenberg)
07.05.2016 | Ausflug des Kleinen Kulturkreises nach Bad Doberan und Wismar

Bei herrlichem Wetter starteten wir mit 45 Teilnehmern um 7.30 h zu unserem Ausflug. Zügig ging es voran, so dass wir unser Ziel Bad Doberan pünktlich erreichten. Das Münster von Bad Doberan ist ein sehr eindrucksvoller Bau in mitten einer frühlingsfrischen Anlage. In 2 Gruppen wurden wir eine Stunde durchs Münster sehr fachkundig geführt.
Nach 1 Stunde waren wir aber froh, wieder draußen zu sein, da es sehr kalt im Münster war. Die anschließende 75 Minuten Freizeit konnten wir individuell gestalten.
Um 13.30 h fuhren wir nach Wismar. Dort wurden wir von den Stadtführern schon erwartet. Es ging über den Marktplatz mit der berühmten Wasserkunst und den restaurierten mittelalterlichen Häusern, dann zur St. Marienkirche von der nur noch der Turm zu sehen ist. Er blieb stehen, weil er als weithin sichtbarer Orientierungspunkt für die Seefahrt wichtig ist. Am Fürstenhof vorbei ging es zur Georgen Kirche, die als Ruine die DDR Zeit überdauerte und erst nach der Wende aufwendig restauriert wurde und heute für Konzerte genutzt wird. Zum Abschluss besuchten wir die Heilig-Geist Kirche, das kleinere Pedant zu Lübeck.
Nach 2 Stunden, die schnell vergangen waren und viele interessante Infos beinhalteten, hatten wir noch 1 Stunde Freizeit. Um 17.45 h starteten wir pünktlich zur Heimfahrt und waren, wie geplant, kurz vor 20.00 h in Lütjenburg. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass war ein wunderschöner Tag.

(Text + Fotos: Peter Zenner)
 
Überirdischer Musikgenuss
Vielharmonisches Sextett aus Kiel gab Kammerkonzert in der Schlosskapelle auf Gut Panker

16.06.2016 | PANKER. Es muss nicht immerder große Konzertsaal sein, umklassische Musik anspruchsvollzu präsentieren. Wenn es um Kammermusik geht, schon gar nicht. Sechs junge Streicher des Philharmonischen Orchesters Kiel beweisen das als Vielharmonisches Sextett seit einem Jahr mit Konzerten außerhalb der großen Häuser, zuletzt auf Einladung des Kleinen Kulturkreises Lütjenburg mit Musik von Johannes Brahms und Antonin Dvorak in der Schlosskapelle des Guts Panker.
Das Publikum war begeistert, die Musiker hatten ihren Spaß und KN-Kulturredakteur Christian Strehk als Moderator eine dankbare Aufgabe. Der 1833 in Hamburg geborene Komponist und Pianist Johannes Brahms dürfte wenigstens jedem norddeutschen Freund der Kammermusik geläufig sein, sein böhmischer Kollege und Zeitgenosse Dvorak wohl kaum weniger Anhängern jüngerer klassischer Musik. Aber wer weiß schon um die Zufälle im Leben beider Musiker, die sich ihre Wege kreuzen ließen? Oder um gemeinsame Bekannte, die wesentlichen Einfluss auf beider Karrieren als Komponisten haben sollten?
Strehk klärte das Publikum kompetent und unterhaltsam über eben solche biografischen Meilensteine im Leben Brahms’ und Dvoraks auf und ließ Hinweise auf musikalische Besonderheiten der vom Vielharmonischen Sextett dargebotenen Streichsextette Nr. 1 B-Dur op. 18 respektive A-Dur op. 18 nicht fehlen. So führte Strehk nicht nur kenntnisreich in das „Saitenspiele“ übertitelte Konzert ein, sondern leistete gleichzeitig ein gutes Stück Musikvermittlung. Wer es einfach beim Genuss der Musik belassen wollte, brauchte indes keine Abstriche zu machen: Musikalisches Vermögen und Expertise der Musiker bedarf keiner weiteren Verhandlung und das Gut Panker mit seiner noch zu Lebzeiten beider Komponisten erbauten Gutskapelle ist ein beinahe schon klischeehaft schöner Traum vom Lande. Wenn dann noch die Abendsonne golden durch die Fenster scheint und sich junge Musiker mit so viel Virtuosität der Musik widmen, bleiben keine Wünsche mehr offen.
Außerdem: Wo sonst als in vergleichbar kleinem Rahmen käme das Publikum den Künstlern nahe genug, um jeden ihrer Atemzüge, jedes Blättern und jede einander zugeworfene Geste wahrzunehmen? „Mit solchen Konzertformaten sehen wiruns als Botschafter nicht nur für die Kieler Philharmoniker, sondern für die Kammermusik insgesamt“, sagt Konzertmeister Maximilian Lohse. Das gelingt so erfolgreich, dass der gastgebenden Kulturkreis-Vorsitzenden Ilse Allwardt fast die Worte fehlen. Ihr Fazit: Überirdisch schön!
(Pressebericht Kieler Nachrichten: Kay-Christian Heine)
24.08.2016 | Peter Stamm: Weit über das Land

Was wäre, wenn ein Mann - ohne Grund - seine Familie und sein Leben verlassen würde?
Diese Frage war der Ausgangspunkt für Peter Stamms neuen Roman 'Weit über das Land'. Eine Geschichte, in der Thomas, der Protagonist, eines Abends wortlos aufsteht, sein Weinglas, seine Familie und sein Leben hinter sich lässt.
Ohne Grund. Im Gegenteil, sind sie doch erst tags zuvor aus Spanien zurückgekommen, hatten zwei harmonische Ferienwochen miteinander verbracht, Thomas, Astrid und die beiden Kinder Ella und Konrad. Am nächsten Morgen, als der Vater nicht wie gewohnt am Frühstückstisch erscheint, ist schnell eine Ausrede gefunden, denn Thomas musste nach dem Urlaub einfach früher ins Büro. Auch beim Abendessen kann Astrid sein Nichtvorhandensein vor den Kindern entschuldigen.
Sorgen macht sie sich keine. Warum auch? Hatte sich Thomas nicht selber immer als einen Durchschnittsmenschen bezeichnet? Selbst am nächsten Tag, als sie ihn bei seiner Sekretärin krank meldet, macht sich Astrid keine Sorgen.
Vielmehr ist sie gelähmt vor Angst, da sie weiß, dass Thomas nicht mehr zurückkommen wird.
Die Suche nach dem Vermissten bleibt ergebnislos, bis sich Astrid auf eigene Faust auf den Weg macht. In einem Wirtshaus auf einer Passhöhe stösst sie dann auf seine Spur. Thomas hatte hier ein paar Stunden zuvor eine Rast eingelegt. Der Zuhörer erfährt mittels Rückblende von diesen Stunden, in der sich Thomas zum ersten Mal einsam gefühlt hatte, denn er war nicht länger ein Teil der Gesellschaft. Von diesem Ort aus hatte er sich weiter auf seine Reise gemacht, dem Ziel entgegen, das er beinahe schon erreicht hatte. Welches Ziel das gewesen und wie die Suche von Astrid weiterverlaufen ist, hat der Autor an diesem Abend nicht verraten.
Nur so viel sei gesagt: Der Leser sollte sich bei diesem Roman auf zwei widersprüchliche Varianten für das Ende einlassen können, seinen Gedanken freien Lauf lassen, auch wenn es nicht rational erscheint. Peter Stamm will nicht erklären, er will irritieren und damit Diskussionen anregen. Beim Publikum und in den Köpfen. So verwundert es nicht, dass die Ausgangsfrage in dem Roman unbeantwortet bleibt.
Peter Stamm war das erste Mal vor sieben Jahren zu Gast in Lütjenburg. Wer weiß, vielleicht kommen wir 2023 wieder in den Genuss.
Nachlese Peter Stamm von Doris Hönig
Kulturfahrt des Kleinen Kulturkreises Lütjenburg und Umgebung e.V. nach Rheinsberg und Neuruppin vom 24. bis 25. September 2016

Am Samstag starteten wir mit 32 Teilnehmern zu unserer Kulturfahrt. War es zunächst noch etwas frisch, wurde es im Laufe des Tages ein wunderschöner Herbsttag. Über Plön ging die Fahrt zur A 21, dann über die A 24. Wir kamen gut voran und auf dem Rastplatz Stolpe machten wir eine 30-minütige Pause. Wir hatten mit unserem Busfahrer viel Glück, denn er stammt und wohnt in Neuruppin. Da wir gut in der Zeit waren, zeigte er uns die schöne brandenburgische Landschaft abseits der Autobahn. Unser Busfahrer fuhr mit uns auf schmalen Straßen und durch schöne Alleen. Kurz vor 12.30 Uhr bezogen wir in Rheinsberg im Keramikhotel unsere Zimmer. Danach hatten wir noch freie Zeit bis zur Schlossbesichtigung um 14.30 Uhr. Unsere sehr kompetente Schlossführerin führte uns durch das restaurierte Schloss, erklärte viel und anschaulich, danach gingen wir in den angrenzenden Schlossgarten, zunächst zur Grabpyramide von Prinz Heinrich von Preußen, Bruder von Friedrich dem Großen.
Der Schlossgarten wurde von Herrn v. Knobelsdorff konzipiert. Im Sommer werden dort Konzerte und Opern dargeboten. Die Hecken und Bäume dienen als natürliche Kulissen und machen den besonderen Charme der Freiluftveranstaltungen aus. Die Hecken und Bäume bilden ein Ensemble mit unterschiedlichen Blickachsen. Durch den Pavillon, der in früheren Zeiten für Musik und Tanz genutzt wurde, erreichte man das Seeufer. Hier lag das Schloss - im Sonnenschein wirkte es wie verwunschen. Am Schlosstheater endete die Führung. Im Anschluss hatten wir freie Zeit bis 19.00 Uhr.
Im Ratskeller genossen wir alle dann ein gemeinsames Abendessen. Es war ein gelungener Tag in Rheinsberg und wir freuten uns schon auf den nächsten Tag in Neuruppin.

Am Sonntag
fuhren wir nach dem Frühstück nach Neuruppin. Wieder ging es über Nebenstraßen durch die schöne Natur. Pünktlich um 10.15 Uhr erreichten wir dann in Neuruppin und die Stadtführerin stieg zu und wir fuhren durch die Stadt nach Bechlin. Dort besichtigten wir die gut erhaltene Felssteinkirche, leider konnten wir sie nur von außen besichtigen, dann fuhren wir zurück nach Neuruppin. An der St. Marienkirche stiegen wir aus und unsere Stadtführung ging zu Fuß weiter. Nicht weit entfernt liegt die Löwenapotheke, das Geburtshaus von Theodor Fontane. Neuruppin war früher Garnisonsstandort, die großen Plätze für Paraden sind heute noch Zeitzeugen. Wir gingen weiter am Alten Gymnasium vorbei, gegenüber steht das Denkmal von Friedrich Wilhelm II, das ihm als Dank für seine Unterstützung beim Wiederaufbau nach dem großen Brand (1787) gestiftet wurde.
Den Tempelgarten konnten wir leider nicht besichtigen, da er z.Zt. umgebaut wird. Wir gingen zur Klosterkirche St. Trinitatis mit der berühmten Weihmannslinde, benannt nach Pater Wichmann, dem 1. Prior des Dominikanerklosters. Anschließend spazierten wir in die Altstadt und zur Hospitalkirche St. Laurentius. Unser Rundgang endete am Seeufer, beim Parzival, eine Skulptur des Künstlers Hohlstein.
Die meisten Teilnehmer machten im Anschluss noch eine 1-stündige Schiffstour auf dem Ruppiner See, die noch verbliebene Freizeit nutzten die Teilnehmer auf ganz unterschiedliche Weise. Um 15,15 Uhr wurde die Rückfahrt angetreten. Allseits zufriedene Gästen dankten dem Busfahrer und der Reiseleitung mit viel Applaus für das gelungene Wochenende. (Text + Fotos: Peter Zenner)
08.10.2016 | Eine Kabarettistin auf dem Jakobsweg

Als Kriechtier auf dem Weg nach Santiago de Compostela

Kabarettistin Gabi Lodermeier gastierte beim Kleinen Kulturkreis Lütjenburg

HOHWACHT. Was war denn das? Kabarett? Ja, eine ganze Menge. Ein Reisebericht? Ganz viel davon. Ein Blick auf Deutsche im Urlaub? Auch das. Die Münchner Kabarettistin Gabi Lodermeier ging als Frau Veiglhofer (Kanal Fatal) auf eine Reise auf dem Jakobsweg in Spanien. 100 Zuhörer im Hotel Hohewacht gingen mit. Eine Gewissheit gibt es für die Pilger, die sich auf machen nach Santiago de Compostela. Es geht auf die Füße. Frau Veiglhofer ordnet sich freiwillig nach den ersten Etappen in die Gattung der Kriechtiere ein. Dass nur noch sieben Zehen ein Pflaster haben, sieht sie als Fortschritt. Dass sie als waschechte Bayerin aus alpinen Gefilden auf der Wanderung von Flachländern und Preußen ein ums andere Mal überholt wird, geht an ihre Ehre. Aber schneller kann sie nicht.

Gabi Lodermeier ist tatsächlich den Jakobsweg gegangen. Und die Begegnungen auf der Reise, die sie mal humorvoll, mal sehr traurig schildert, hat es gegeben. So mit dem polnischen Pastoren, liebevoll „Pfaffi“ genannt, der den Anspruch hat, in jeder Dorfkirche mitzupredigen – zum Leidwesen der angestammten Pastoren. Oder der Amerikaner Ronald, übergewichtig, ausgestattet mit einer lauten Stimme, mit der er in einer malerischen Kirchenruine We are the Champions zum Besten gibt. Völlig daneben. Die Zuschauer ahnen, wie das Schnarchen in den Herbergen den Schlaf verhindert, so schön schnaubt es Gabi Lodermeier.

Sicher trifft sie die Dialekte der Deutschen. Den des Mannes aus Franken, der sich von Bier zu Bier in den Wanderpausen poltert. Oder die des sächsischen Teenagers, die eigentlich gar nicht weiß, warum sie auf Pilgerfahrt ist. Zum Lachen komisch ahmt Lodermeier die Schwaben nach.

Und immer wieder die Mühen der Wanderung. Die Füße fühlen sich an wie im Fegefeuer. „Allmählich verstehe ich die Sache mit dem Ablass.“ Was komisch begann, endet melancholisch, fast traurig. Am Ende ihrer szenischen Lesung spricht Lodermeier von José, einem Seefahrer, der als einziger ein Schiffsunglück überlebt hat. Zum Dank für seine Rettung geht er auf Wanderung. Von Santiago de Compostela nach Rom und wieder zurück und wieder hin und wieder zurück. Das Trauma lässt ihn nicht ruhen. Zum Schluss singt Lodermeier ein Ave Maria für ihn. Eine Zugabe gibt sie danach nicht mehr. „Das muss man einfach so stehen lassen.“ Das Publikum des Kleinen Kulturkreises Lütjenburg gibt sich mit spanischen Gitarrenklängen von Laurenz Schoon zufrieden, der schon die Etappenpausen musikalisch ausgefüllt hat.

(Pressebericht Kieler Nachrichten: Hans-Jürgen Schekahn)
05.11.2016 | Konzert „Swingin' Words“

Das Konzert war gut besucht und begeisterte das Publikum. Abwechslungsreich und kurzweilig gestalteten die Künstler ihr Programm. Antje Birnbaum (Schauspielerin), Akos Hoffmann (Klarinette / Meisterschüler von Sabine Meyer) und Nikolai Birnbaum (klassischer Pianist) schlüpften in die unterschiedlichsten Rollen und nahmen das Publikum mit in die Gershwin Ära. Erst nach zwei Zugaben entließ das begeisterte Publikum die Künstler. (Text + Fotos: Peter Zenner)
Galerie 2ter Blick - Marc Richter, Galerie - Kunsthandel, Lütjenburg
Kleiner Kulturkreis Lütjenburg und Umgebung e.V. - info@kleiner-kulturkreis.de